Schwamendingen - Gartenstadt, neu gedacht

Freitag, 5. Juni 2015

VON 2016 BIS ZIRKA 2020 WIRD DER ÖSTLICHE TEIL DER SIEDLUNG AM GLATTBOGEN ERSETZT. AB 2030 WIRD AUCH DER WESTLICHE TEIL ERNEUERT. DIE GROSSE ZEITSPANNE ERKLÄRT SICH DARAUS, DASS DIE ASIG EINE SOZIALVERTRÄGLICHE ERNEUERUNG ÜBER EINEN LANGEN ZEITRAUM SICHERSTELLEN WILL.

Der aktuelle Immobilienbestand des Glattbogens umfasst total 221 Wohneinheiten und besteht zum grossen Teil aus Reihenhäusern. Diese entstanden 1950/51 und genügen den heutigen Grundsätzen der ASIG-Wohngenossenschaft nicht mehr. Die bestehende Siedlung wird daher nach und nach erneuert, dabei soll massvoll verdichtet werden. Die Erneuerung erfolgt nach städtebaulichen Grundsätzen der Gartenstadt, wie sie 1950 von Stadtbaumeister Albert Steiner für Schwamendingen konzipiert wurde. Geplant ist in der ersten Etappe im östlichen Teil des Glattbogens (ab Mitte 2016) der Bau von 229 Wohneinheiten anstelle der 115 heutigen Wohneinheiten. Ein Doppelkindergarten und ein grosser Gemeinschaftsraum werden im Neubau integriert. Der westliche Teil des Glattbogens wird ab 2030 erneuert.

Grosses Vorhaben

Von der Dimension her ist der Ersatzneubau Am Glattbogen das grösste Projekt in der Geschichte der ASIG. «Wir sind uns der grossen städtebaulichen Verantwortung bewusst, die wir bei der Gestaltung des Quartiers haben», sagt Peter Hurter, Leiter Bau und Unterhalt der ASIG. Dass sie diese Verantwortung wahrnimmt, hat die ASIG bereits bei der Siedlung Living 11 in Seebach bewiesen. Charakteristisch beim Ersatzneubau Am Glattbogen ist der grosszügige Aussenraum, was die ASIG auch als Dienst für das Quartier versteht. Bei der Konzeption der Siedlung will man die steinersche Gartenstadt neu interpretieren. Was konkret heisst: weg von den kleinen Vorgärten, wie sie die heutigen Reihenhäuser aufweisen, hin zu grosszügigen Aussenräumen, die durch die Setzung der drei grossen, U-förmigen Baukörper auf dem Grundstück erzeugt werden.

Ein Viertel der Wohnungen sind subventioniert

Die Planung der Siedlung Am Glattbogen wurde im Konkurrenzverfahren mit zehn Teams durchgeführt. Das Siegerprojekt «Oszillator » stammt aus der Feder von pool Architekten und wurde zusammen mit Kuhn Landschaftsarchitekten, beide Zürich, entworfen. Die drei grossen Baukörper weisen den Standard Minergie auf; auf dem Dach wird eine grossflächige Photovoltaikanlage erstellt. Die ASIG kann Am Glattbogen sieben Stockwerke hoch bauen. Möglich wurde dies dank der Zonenplanänderung des Stadtrates (Ende 2012) von W2 (ein Untergeschoss plus 3 Normalgeschosse) zu W3 (7 Geschosse plus Attika). Gemäss ihrer aktuellen Strategie erklärte sich die ASIG bereit, 25 Prozent der Wohnungen zu subventionieren. Eine 4½-Zimmer-Wohnung für zwischen 2000 und 2200 Franken wird dadurch um 350 Franken vergünstigt.

Kosten gespart

Ursprünglich wäre der Baubeginn Mitte 2014 gewesen; da die Stadt aber die Kanalisation an der Wallisellen- und am vorderen Teil der Glattbogenstrasse ausführen muss, kam es zu einer Verschiebung der Bauarbeiten für die Siedlung um zwei Jahre. Dies hat zur Überarbeitung und Straffung des Bauprozesses geführt; statt der zwei Einzeletappen im östlichen Teil wird es nun eine einzige Bauetappe in rollender Bauweise geben, wodurch Zeit (1 bis 1½ Jahre) und Kosten gespart werden können. Die Neubauten der Etappe Ost werden 2019/20 gestaffelt zum Bezug bereit sein. Mit den Vorarbeiten zum Abbruch der heutigen Häuser wird im Juli 2016 begonnen.

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